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Startseite » Literatur » KrimiWelt Jahresbestenliste
Kein Logo verfügbar... Das Beste vom Besten: An jedem letzten Samstag im Monat geben 19 Literaturkritiker und Krimispezialisten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz die Krimi-
nalromane bekannt, die ihnen am besten gefallen haben. Sie halten nach dem literarisch interessanten, thematisch ausgefallenen, besonderen Kriminalroman Ausschau.
Die besten Zehn werden mit Bibliographie und Kurzbeschreibung veröffentlicht. Dies ist die Auswahl aus den besten Krimis des Jahres 2007.

ÜBER JURY UND ENTSCHEIDUNGSFINDUNG DER KRIMIWELT-BESTENLISTE

Die Jury der KrimiWelt-Jahresbestenliste besteht aus 18 Kritikerinnen und Kritikern, die in Deutschland, Österreich und der Schweiz über Kriminalliteratur berichten. Einmal im Monat benennt jedes Mitglied vier aktuelle Kriminalromane, denen es viele Leser wünscht und bewertet sie mit 7, 5, 3 oder 1 Punkten. Neben der Gesamtpunktzahl pro Titel wird berücksichtigt, wieviele Kritiker in einer Abstimmungsrunde für dasselbe Buch votiert haben. Jeder Kritiker darf insgesamt drei mal für ein von ihm favorisiertes Buch stimmen. Voten für Bücher, an deren Produktion oder kommerzieller Verbreitung der Kritiker beteiligt ist, sind ausgeschlossen. Zwischen Kriminalromanen in der Originalsprache Deutsch und Übersetzungen wird kein Unterschied gemacht.

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Platz 1 Platz 1: James Sallis: Driver

James Sallis: Driver

Phoenix / Los Angeles: Driver ist Stuntman, immer beobach-tend, immer in Bewegung. Bei Überfällen fährt er auch, sonst nichts. Bis Amateure dazwischenfunken. Da nimmt Driver den aufgezwungenen Kampf an. Bis zum Ende. Minimalistischer Abgesang auf den amerikanischen Helden, meisterhaft. Große Entdeckung.


Platz 2 Platz 2: Matti Rönkä: Der Grenzgänger
Matti Rönkä: Der Grenzgänger
Helsinki/Tallinn/Sortavala: Viktor Kärppä ist Karelier, Russe in Finnland. Sein Beruf: Grenzgänger ? zwischen den Nachbarländern, zwischen Gesetz und Geschäft, zwischen Familienplicht und Freundschaftsdienst. Frische Luft aus Finnland: Privatdetektiv in zeitgenössisch internationalem Schlamassel.

Platz 3 Platz 3: Fred Vargas: Die dritte Jungfrau
Fred Vargas: Die dritte Jungfrau
Paris/Normandie: Alles scheint zwiefach. Kommissar Adamsberg erwächst ein Rivale. Die Gerichtsmedizinerin jagt gespaltene Persönlichkeiten. Realität oder Magie ? was zählt mehr? Jungfrauen, Hirsche, winzige Knochen, ein Lebenselixier, eine Katze als Kugel ? daraus hat Fred Vargas ihren bisher tollsten Roman gesponnen. Bravourös.

Platz 4 Platz 4: Peter Temple: Kalter August
Peter Temple: Kalter August
Port Monro, Victoria: Joe Cashin ist zermürbt. Beurlaubt vom Morddezernat, schiebt er Revierdienst in seinem Geburtsort. Ein alter Philanthrop wird zu Tode gequält, der Verdacht fällt auf drei Aborigine-Jungen. Cashin wühlt. Ekle Vergangenheit, Winter-Noir. Temple kommt spät, aber ungeheuer: eine neue, überragende Stimme aus Australien.

Platz 5 Platz 5: Heinrich Steinfest: Die feine Nase der Lilli Steinbeck
Heinrich Steinfest: Die feine Nase der Lilli Steinbeck
Stuttgart/Mauritius/Hawaii/Athen: Spezialermittlerin Lilli Steinbeck und der ultrafette, Kugeln abweisende Detektiv Kallimachos taumeln durchs große Spiel der Gangster/Götter. Entführer und Entführte, Schnell und Langsam, Schein und Mythos ? darum geht es Steinfest dieses Mal, oder auch um die tolle weltweite Jagd.

Platz 6 Platz 6: Astrid Paprotta: Feuertod
Astrid Paprotta: Feuertod
Frankfurt am Main: Es ist die Geschichte vom Phönix, der aus der Asche neu ersteht, meisterhaft erzählt. Nichts geht zusammen. In jedem Satz knirscht der Zweifel, tastet das Misstrauen, schwelt die Angst vor dem Feuer. Arme Leute müssen brennen, eine reiche Liberale brennt zuerst. Noch nie war die Paprotta so gut.

Platz 7 Platz 7: Massimo Carlotto: Arrivederci amore, ciao
Massimo Carlotto: Arrivederci amore, ciao
Mittelamerika, Norditalien: ?Man bräuchte ein reines Herz, dass man in diesem Schlamm den klaren Himmel sehen könnte?. Als dieser Schlager erklingt, hat es Giogio Pellegrini geschafft. Der Ex-Terrorist ist rehabilitiert und dort angekommen, wohin man nur mit Mord, Verrat und Frauenhass gelangt: im italienischen Mittelstand.

Platz 8 Platz 8: John Harvey: Schrei nicht so laut
John Harvey: Schrei nicht so laut
Nottingham/Huddersield/Whitby: Susan Blacklock verschwand vor 14 Jahren. Das lässt Ex-Inspektor Frank Elder keine Ruhe. Als ein Mittäter von damals aus dem Knast entlassen wird, wacht der Hass wieder auf in Mittel-England. Realitätsnah fein, subtil sozial-kritisch gegen Genre-Erwartungen erzählt.

Platz 9 Platz 9: Ian Rankin: Im Namen der Toten
Ian Rankin: Im Namen der Toten
Edinburgh/Gleneagles: Die Herren der Welt dinieren und parlieren. G8-Gipfel 2005: Rebus? Stadt im Belagerungszustand. Zwei Politiker sterben, drei Vergewaltiger auch. Anständige Polizeiarbeit ist unmöglich. Rebus in Hochform: Im Kampf gegen Unterwelt und Oberwelt.

Platz 10 Platz 10: Andrea Maria Schenkel: Kalteis
Andrea Maria Schenkel: Kalteis
München 1931-1939: Josef Kalteis fährt Rad, schaut ins Land und nach den Weibern. Schenkel erzählt von den fünf jungen Frauen, die er umbrachte, von ihren Träumen und Hoffnungen, von Mord und Zerstückelung. ?Kalteis? folgt auf ?Tannöd?: ebenso gut, genau, erschütternd.

Quelle: DIE WELT, ARTE und NordwestRadio · Letzte Aktualisierung: 20.04.2008 · Alle Angaben ohne Gewähr.


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